Speeddating an der Hochschule Niederrhein – Meine berufliche Zukunft in der Textil- und Bekleidungsindustrie

Studierende und Auszubildende diskutieren in Kleingruppen (Quelle: Ridder 10.2021)

Geplant war ein Austausch zwischen Auszubildenden und Studierenden.

Begleitet von der stellvertretenden Schulleiterin Anke Hollkott, die an der Textilakademie im Fachbereich Textiltechnik unterrichtet, Carmen Franze, Lehrerin für Chemietechnik, Patricia Ridder, Lehrerin für Religion und Beratungslehrerin und Sonja Lemmen, Lehrerin für Deutsch und Englisch machten sich die knapp 40 Auszubildenden der Abschlussklassen in den Ausbildungsberufen Textillaborant/in, Produktveredler/in und Produktionsmechaniker/in auf den Weg zur Hochschule.

Empfangen wurden sie von 9 Studierenden des Fachs Angewandte Veredlungstechnik im Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik sowie von Professorin Dr. Maike Rabe, Leiterin des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung und Organisatorin dieses Treffens und den beiden Mitarbeiter/innen des Technikums in Textilveredlung der HSNR Simone Wagner und Joerg Schrick.

Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellungsrunde wurden die Studierenden und Auszubildenden in zwei Gruppen eingeteilt. Der Titel war Programm – gemäß den Speeddating-Regeln wechselten die Gruppen nach einer halben Stunde ihren Gesprächspartner.

So wurde ein abwechslungsreicher und angeregter Austausch zwischen Studierenden und Auszubildenden ermöglicht. Bei dem Workshop standen unter der Überschrift „Meine berufliche Zukunft in der Textil- und Bekleidungsindustrie“ drei zentrale Fragestellungen im Mittelpunkt. Wie stelle ich mir meine Zukunft vor? Wie bin ich auf den Beruf aufmerksam geworden? und Wie kann man den Beruf in der Textil- und Bekleidungsbranche attraktiver machen? Ziel des Workshops war es, den Austausch zu vertiefen und gleichzeitig Strategien für die Gewinnung neuer Talente für die Branche zu entwickeln.

Einig waren sich alle Beteiligten besonders in dem Punkt, dass es weiterhin engagierter Leute in der Textilbranche bedarf. Der Nachwuchs in den Betrieben ist vor allem wichtig, um die Branche in Deutschland weiterhin präsent zu halten. Die stellvertretende Schulleiterin der Textilakademie Anke Hollkott fasst zusammen: „Die Textilbranche lebt nun mal von Entwicklung.“

An Motivation und Ideen mangelt es den Studierenden des 5. Semesters mit den unterschiedlichen Schwerpunkten Textilmanagement, Bekleidungsmanagement, Produktionsentwicklung und textile Technologien nicht. Auf Nachfrage von interessierten Auszubildenden berichteten sie auch über Zugangsvoraussetzungen und Inhalte des Studiums. Umgekehrt stieß das Konzept der Textilakademie auf großes Interesse.

 

Die Kleingruppen sammeln ihre Ideen auf Karteikarten. (Quelle: Lemmen 10.2021)

Die Kleingruppen sammelten ihre Antworten und entwickelten Ideen auf Karteikarten, welche anschließend auf einem Flipchart zusammengefasst und präsentiert wurden.

Tatsächlich wird das Studium häufig im Anschluss an eine Ausbildung im textilen Bereich angeschlossen. Es zeigte sich, dass auf Seiten der Auszubildenden viele über Eltern und Freunde auf ihren Beruf aufmerksam wurden, aber auch durch die Arbeitsvermittlung. Das ein oder andere Mal war der Beruf auch die „Zweite Wahl“. Genau hier knüpft die dritte und am ambitioniertesten diskutierte Frage an, wie man den Berufszweig attraktiver gestalten kann, sodass es eben nicht die zweite Wahl ist. Während sich Studierende und Auszubildende durchaus darüber bewusst waren, dass sie selbst viel zur Entwicklung und zum weiteren Bestehen der Branche beitragen können, sieht man hier aber auch Handlungsbedarf bei den Betrieben selbst. Infotage in Schulen und auf Messen, Tage der Offenen Tür und eine größere Internet und Social Media Präsenz, um die jungen Leute zu erreichen sowie die Förderung von Projekten und Nachwuchspreisen sind nur einige der Vorschläge und Ideen, die bei diesem Treffen festgehalten wurden.  

Nach 90 Minuten angeregtem Austausch war das Treffen zu Ende. Die Ergebnisse zeigen, dass alle trotz unterschiedlicher Blickpunkte, viele gemeinsame Ziele, Sorgen, Wünsche und ganz besonders Ideen haben. Die Berufswahl sollte man nicht dem Zufall überlassen. Die Textilbranche muss aktiv auf junge Leute zugehen und diese für den Beruf begeistern. An dieser Art Austausch würden sich auch die angehenden, jungen Fachleute beteiligen.

Die Ergebnisse wurden auf einem Flip Chart zusammengetragen und präsentiert. (Quelle: Lemmen 10.2021)

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